Die Vielfalt der Persönlichkeitstypen

Die Vielfalt der Persönlichkeitstypen

01/16/2017 von Heike Kruppa, Lesezeit ca. 8 Minuten

Erkenne und entfalte Dein volles Potenzial

Für mich war es mein absoluter „Game Changer“, mein Augenöffner, mein Wendepunkt in meinem Leben, endlich zu wissen welcher Persönlichkeitstyp ich bin und welches meine Präferenzen sind.

Eine wahre Erleichterung, endlich zu wissen warum ich so ticke wie ich ticke.

Das daran absolut nichts Falsches oder Verwerfliches ist. Nichts besser oder schlechter.

Ich muss dazu sagen, dass ich zu einer der weniger verbreiteten Persönlichkeitstypen weltweit gehöre, erst recht in Deutschland.

Das hat bei mir in der Vegangeheit oft zu Missverständnissen in der Interaktion und Kommunikation mit meinen Mitmenschen geführt und mir das Leben oft schwer gemacht.

Mir das Gefühl des nicht verstanden werdens gegeben, des „falsch seins“ vermittelt, des nicht respektiert werdens, nicht „passend“. Einfach anders!

Durch das Wissen um meinen Persönlichkeitstyp habe ich gelernte wo meine Stärken und Schwächen liegen.

Ich weiß nun um meine Präferenzen. Achte sie, handle danach aber verstecke mich nicht dahinter.

Es hilft mir dabei, klarer mit mir zu sein, aber auch mit Anderen. Es schärft mein Bewusstsein für die Welt des Anderen und mein Verständnis für dessen Welt.

Was sind Präferenzen?

Hast Du Dich schon mal dabei beobachtet, wie Du Deine Arme vor Deiner Brust verschränkst!?

Nein, dann mach das mal jetzt…

Und!?

So, und jetzt mal andersherum… 😆

Du hast wahrscheinlich festgestellt, dass es Dir schwerer fällt die Arme andersherum ineinander zu verschränken.

Genau das ist eine Präferenz!

Die Arme in Deiner präferierten Art und Weise zu verschränken fällt Dir leicht. Du musst nicht lange überlegen. Das spart Zeit und Energie.

Auf die andere Art und Weise kannst Du es irgendwie auch, aber Du musst viel länger überlegen. Du musst Dein Gehirn mehr anstrengen, um die Koordination Deiner Arme in den Griff zu bekommen. Das kostet Dich  ein gewisses Maß an Anstrengung.

Es ist unbequem!

Wir Menschen mögen es Dinge, Situationen, Menschen schnellst möglich einordnen zu können.

Das erspart unserem Gehirn eine Menge an Energie. Unser Gehirn ist darauf gepolt so energiesparend wie möglich zu arbeiten.

Stell Dir vor, Du müsstest jede Situation immer wieder neu einordnen! Das würde auf Dauer ganz schön anstrengend und zeitraubend.

Das Gehirn greift auf bereits gemachte Erfahrungen zurück. Es gleicht ab, damit Du schnellst möglich reagieren und agieren kannst.

Daran ist Grundsätzlich erstmal nichts verwerfliches.

Blöd ist nur, dass wir leider, oder Gott sein dank, nicht in einer Welt leben, in der alles entweder schwarz oder weiß ist.

Es gibt zig Grautöne, Ansichten, Meinungen und……Gefühle.

Jeder hat sein Weltbild. Seine ganz eigene Sicht auf die Welt und deren Menschen darin.

Und manch einer verschränkt die Arme eben anders vor der Brust als Du. Wer hat jetzt Recht?

Natürlich geht es, wie immer  ;-), auch um das Verlassen Deiner Komfortzone.

Dinge auch mal anders machen. Sich bewusst machen, dass es auch andere Sichtweisen gibt, andere Herangehensweisen Dinge zu tun.

Aber wie soll man etwas anders, besser machen, um das man gar nicht weiß?

Daher ist es mir eine Herzensangelegenheit das Bewusstsein für die unterschiedlichen Persönlichkeitstypen und Präferenzen zu wecken und mich für mehr Verständnis füreinander einzusetzen.

Seit mehr als einem Jahr arbeite ich nun intensiv mit dem Quest-Team – Die Potentialentwickler zusammen, als Well-Fit Coach und Prozessbeobachter.

Eine Coaching-Firma, die Teams, Unternehmen und Organisationen unterstützt, ihr volles Potential zu entwickeln.

Generationsübergreifend, Branchenübergreifend und ganzheitliche Personal- und Organisationsentwicklung begleitet. Spezialisiert auf systemische Langzeitqualifikationen und strategische Prozessbegleitung.

Mehr über das Quest-Team und wie wir arbeiten findest Du hier: http://www.quest-team.de/de/ueberuns/index.html

Die Langzeitqualifikationen sind in sogenannte Werkstätten unterteilt. Die erste Werkstatt ist immer die „Selbststeuerungs Werkstatt“.

In dieser Werkstatt arbeiten wir unter anderem mit dem sogenannten Myers-Briggs-Typenindikator, dem MBTI®.

Persönlichkeitstyp und Präferenzen nach MBTI® – Was ist das?

Entwickelt wurde der sogenannte Meyers-Briggs Typenindikator® von dem Mutter-Tochter-Gespann, Katherine Briggs und Isabel Meyers http://www.myersbriggs.org/my-mbti-personality-type/mbti-basics/isabel-briggs-myers.htm,

nach den Lehren des Schweizer Psychoanalytikers C.G. Jung http://www.jungberlin.de/cgjung/ 

Der Indikator umfasst 16 Persönlichkeitstypen.

Der individuelle Typ wird anhand eines sehr ausführlichen Fragebogens ermittelt. Er zeigt die Persönlichkeitspräferenzen anhand von vier Dimensionen auf:

  • Woher beziehst Du Deine Energie? Worauf richtet sich Deine Aufmerksamkeit? Ist Deine Aufmerksamkeit mehr nach außen gerichtet oder auf Deine innere Welt? – Extraversion (E) oder Introversion (I)

 

  • Wie nimmst Du Informationen auf und verarbeitest sie? Konzentrierst Du Dich eher auf die Details und die Grundinformation oder folgst Du eher Deiner Intuition – Sensing, sensitives Empfinden (S) oder Intuition (N)

 

  • Wie triffst Du Entscheidungen? Bevorzugst Du eher logisch, rationale Entscheidungen oder schaust Du zuerst auf den Menschen und die Umstände? – eher denkend, Thinking (T) oder fühlend, Feeling (F)

 

  • Wie interagierst Du mit der Welt? Bevorzugst Du es, wenn Dinge entschieden werden, Dinge beim Namen genannt werden, oder bevorzugst Du es offen zu sein für neue Informationen und Meinungen – bist Du eher im Urteil/beurteilen, Judging (J) oder bist Du eher im wahrnehmen, Perceiving (P)

 Die vier Grundtypen

Hier nochmal zum Ausdrucken: MBTI die vier Grundtypen Blog Graphic

Vielleicht hast Du Dich bereits grob einem Persönlichkeitstypen zuordnen können. Und hast gesehe, dass es unterschiedliche Arten und Weisen gibt, wie Menschen die Welt wahrnehemn und mit ihr interagieren.

Das birgt natürlich auch Konfliktpotential. Vor allem wenn jeder von der Annahme ausgeht, dass seine Sicht der Dinge und wie damit umzugehen ist, die einzig Richtige sei.

Das gilt für jede Art von Beziehungen. Egal ob beruflich oder privat.

Voraussetzung für den richtigen Umgang mit dem Persönlichkeitstypen ist natürlich, ein gewisses Maß an Selbstreflektion und die Bereitschaft sich weiter zu entwickeln.

Aber davon gehe ich jetzt einfach mal aus, wenn Du diesen Artikel liest  😉

Du siehst, bereits in diesem einen Satz steckt meine persönliche Sicht der Dinge. Denn ich bin ein sehr neugieriger Mensch, der immer an Neuem interessiert ist und sehr wissbegierig ist und gerne dazu lernt.  Deine Motivation kann eine völlig andere sein.

Wessen Intention ist jetzt die Bessere oder die Richtige?

Wichtig ist mir auch zu erwähnen, dass Deine Buchstabenkombination nur Deine Grundpräferenz darstellt.

Das heißt nicht, dass Du nicht auch die Andere Präferenz kannst.

Gerne nehme ich dafür das Beispiel eines Feeling-Menschen im Gegensatz zu einem Thinking-Menschen.

Wenn Du eine Feeling-Präferenz hast, egal ob männlich oder weiblich, heißt das noch lange nicht, dass Du immer und überall „gefühlsduselig“ reagierst, oder wenn Du eine Thinking-Präferenz hast, heißt das nicht, dass Du zu keinerlei Gefühlen fähig bist. Entscheident ist auch immer wie ausgeprägt die Päferenz ist. Bei manchen Menschen kann das durchaus auch 50/50 sein. Und das Eine ist nicht besser oder schlechter als das Andere.

Ein anderes Missverständnis: Oft wird die Introversion auch mit Schüchternheit (introvertiert) verwechselt, oder der Extravesierte gleichgesetzt mit einem exaltiertem, selbstdarstellenden Dampfplauderer mit Aufmerksamkeitsdefizit.

Die Introversion/Extraversion stellt lediglich dar, woher jeder Typ seine Energie bezieht, um sich wieder zu regenerieren, seine Baterien aufzuladen.

Und das Schönste zum Schluss…

Die Typologie unterscheidet nicht nach Männlein oder Weiblein.

Mir stellen sich immer die Nackenhaare auf, wenn dieser allseit beliebte Spruch kommt: „Typisch Mann, typisch Frau!“

Nein, es ist eine Frage des Typs.

Ein Mann kann genauso eher eine Feeling-Präferenz haben, wie eine Frau eine eher Thinking-Präferenz haben kann.

 Ich hoffe ich konnte Dich für das Thema etwas sensibilisieren und neugierig auf mehr machen.

In den nächsten Wochen werde ich die einzelnen Typen etwas genauer vorstellen und vielleicht erkennst Du Dich dann noch besser wieder.

Bis dahin…

Deine Heike

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